Montag, 7. März 2011

A love story between the sea and the mountain!

So wirbt Rosch haNikra für sich. Der Ort direkt an der israelisch-libanesischen Grenze im Norden des Landes an der Mittelmeerküste hat auch zugegebenermaßen sehr viel Charme. Denn dort hat das salzige Mittelmeerwasser über die Jahre großartige Höhlen- und Tunnelsysteme in die Kreidefelsen gefressen. Aber was soll man das erklären? Man muss es sehen:
nicht Rügen, sondern Israel
einzigartige Höhlen und Tunnel
türkisblaues Wasser
das Mittelmeer
Wer entdeckt das wirbellose Tier auf diesem Bild?
tolle Felsformationen
durch die angeblich steilste Seilbahn der Welt sind die Grotten zugänglich gemacht
die Grenze
Ich hoffe die Bilder haben euch gefallen und wünsche euch allen ein lustigen Rosenmontagabend. Viele Grüße aus dem eher faschingsmüden Jerusalem, Mobbi!

Sonntag, 6. März 2011

Jerusalem Time Elevator!

Das ganze Studienjahrsprogramm ist eine einzigartige Zeitreise durch die 3000jährige Geschichte der Stadt Jerusalem. Die biblischen Erzählungen um die Bindung Isaaks auf dem Berg Moria oder den Bau des Tempels unter Salomo, die neutestamentlichen Berichte über die Kreuzigung Jesu Christi, die Pilgerberichte aus byzantinischer Zeit, die vielen Legenden der Araber und über die Kreuzfahrer und schließlich die vom Staat Israel so glorifiziert dargestellte jüngere Geschichte des Landes werden kritisch begutachtet, vor Ort durchgearbeitet und literarisch und archäologisch auf ihre Authentizität überprüft. Wer nun nicht acht Monate Zeit hat, die Geschichte Jerusalems zu studieren, für den habe ich heute einen guten Sonntagnachmittagstipp: den Jerusalem Time Elevator (hier klicken!)
3000 Jahre Geschichte werden in 30 Minuten umfangreich und natürlich streng wissenschaftlich aufgearbeitet ohne jegliche biblizistische oder proisraelische Ideologie dargestellt. In einer Art 4D-Kino, in dem die Sitze rütteln und Wasser spritzt, kann man zur Babylonischen Gefangenschaft den Gefangenenchor aus Nabucco hören. Während Kaiserin Helena in geistig-geistlicher Ekstase vor sich den Herrn auf dem Kreuzweg durch die Gassen Jerusalem laufen sieht, erklingt Mozarts Requiem. Was will man mehr?
Fazit: Unbedingt anschauen, auch wenn es etwas teuer ist. Man kann lernen wie Israel über seine eigene Geschichte und Identität denkt. Es ist auch gut an einem Nachmittag zu schaffen, man braucht dafür keine acht Monate, schließlich hat die 3000jährige Geschichte Jerusalem gerade erst begonnen!;-)
Ich wünsche euch einen schönen Sonntagabend und einen guten Start in die neue Arbeitswoche, die für Faschingsfreunde noch zwei Tage ausgelassene Feierlaune bereit hält. Viele Grüße aus Jerusalem, Mobbi!

Samstag, 5. März 2011

Die Wüste: eine Stadt!

Jüdische, muslimische und vor allem christliche Pilger strömen seit jeher ins Heilige Land, um in der Heiligen Stadt die heiligen Orte zu besuchen. Laut, umtriebig und chaotisch geht es dabei in den Gassen Jerusalems zu. Die Massen quetschen sich durch den arabischen Markt. Jeder versucht jeden an skurrilen Frömmigkeitsformen zu überbieten. Kann man als Mönch, sein Leben ganz dem Dienst Gottes geweiht, in diesem Getümmel überhaupt Ruhe zum geistig-geistlichen Leben finden.
Das Problem stellt sich nicht erst, seit es moderne Reiseunternehmen mit speziellen Pilgerprogrammen gibt. Schon in der Antike zog es christliche Mönche aus dem Getümmel der Stadt in die Einsamkeit der Wüste. Die Nähe zu den heiligen Orten und die Ruhe der judäischen Wüste zogen sie zu Tausenden an. Die Bevölkerunsgdichte in der Wüste nahm so stark zu, dass sie selbst zu Stadt wurde. Einer der Ersten, vielleicht der Erste, war Chariton. Er gründete um 330 eine Einsiedelei im Wadi Qelt zwischen Jerusalem und Jericho. Schon bald schlossen sich im Schüler an. Die Mönche lebten einsam in ihren je eigenen Höhlen und trafen sich nur sonntags in der zentralen Gemeinschaftskapelle. Diese Organisationsstruktur zwischen Eremitentum und Koinobitentum nennt man Laura, Charitons Gründung trägt den Namen Laura Pharan.
am ursprünglichen Ort der Laura Pharan steht heute ein russisches Kloster
Laura bedeutet eigentlich Pfad; von den Höhlen der einzelnen Mönche schlängeln sich Pfade zur zentralen Kirche
solche Höhlen bewohnten die Mönche
im unwegsamen Gelände suchten die Mönche die Einsamkeit
die Überreste einer alten griechischen Kirche an diesem Ort
Einer der Meisterschüler Charitons war Euthymius, einer der größten Mönchsväter in der judäischen Bergwüste. Auf seinem Grab wurde ein Kloster errichtet, dessen Reste heute noch besucht werden können, auch wenn sie mitten in einem Industriegebiet liegen.
die Überreste des Euthymius-Klosters
von den einzelnen Mönchszellen ist nicht mehr sehr viel übrig
der Mosaikboden der Kirche hingegen ist sehr gut erhalten
das Grab des Euthymius
Ich wünsche euch ein weiterhin schönes Wochenende, einen gesegneten Sonntag und einen guten Endspurt durch die Faschingssaison! Viele Grüße aus Jerusalem, Joachim!

Freitag, 4. März 2011

Mauer und Siedlungen

Die arabische Welt steht vor einem Umbruch. Diesen Schluss zieht in den heutigen Tagen, wenn Ägypten wieder zur Normalität zurückfindet, aber in Lybien der Bürgerkrieg gerade erst ausbricht, die internationale Tagespresse. Wenn man hier als Deutscher im Heiligen Land (Israel oder Palästina?) lebt, sind diese Ereignisse (noch) erstaunlich weit entfernt, wäre da nicht der eigene Konflikt im Land. Von diesem Konflikt zeugen die nachfolgenden Bilder, Bilder von der Mauer und von jüdischen Siedlungen. Beide Bauten sind Grund für die nicht enden wollenden Auseinandersetzungen zwischen den Israelis und Palästinensern.
höher als die Berliner Mauer
das Bethlehem Inn kann in seinem Werbeprospekt wohl nicht mehr mit der guten Aussicht punkten (machmal hilft nur Sarkasmus weiter)
Kinderweisheiten
der Balkon dieses Privathauses reicht über die Mauer und musste deshalb gesichert werden
wie Trutzburgen erheben sich die jüdischen Siedlungen auf diesem Hang
hinter dem Eliaskloster im Vordergrund lässt sich die jüdische Siedlung an den typisch roten Dächern erkennen
eine Siedlung mit dem Herodeion im Hintergrund (erkennbar an der kegelartigen Form)
Damit wünsche ich euch einen guten Start ins Wochenende! Erholt euch ausgiebig, Joachim!

Donnerstag, 3. März 2011

Eine völkerrechtlich problematische Herberge

Wer kennt die Geschichte nicht: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Halb tot ließen sie ihn am Wegesrand liegen. Bigotte Priester und Leviten, die des Weges kamen, waren angeekelt von dem blutigen Bündel Mensch, wandten ihre Köpfe ab und ließen das Problem schnell hinter sich. Erst der Außenseiter bringt den schwerverletzten Wanderer in die Herberge. Klar, es geht um das jesuanische Gleichnis vom Barmherzigen Samariter.
In byzantinischer Zeit wurde die im Bibeltext erwähnte Herberge auf halbem Weg zwischen Jerusalem und Jericho verortet. An genau dieser Stelle steht heute das Museum zum Barmherzigen Samariter. Würden wir dem Samariter doch einwandfreie Moral unterstellen, so kann dies über das Museum leider nicht ausgesagt werden. In ihm wird die Archäologie wieder einmal mehr zum Politikum, da die Israelische Antiquitätenbehörde dort Austellungsstücke aus den besetzten Gebieten zeigt. Unter ihnen finden sich einige besondere Kostbarkeiten der samaritanischen , aber auch jüdischen und christlichen Kultur:
so sah samaritanische Schrift aus
das Mosaik zeigt David, allerdings dargestellt als Harfenspieler Orpheus aus der griechischen Mythologie
das Mosaik aus einer Synagoge zeigt zahhlreiche Tempelmotive, welche auf die Synagoge übertragen wurden
eine christliche Segensbitte
Damit entlasse ich euch in die deutsche Nacht und werde in mein wohlverdientes Bett kriechen. Wir hören voneinander spätestens morgen;-)! Bis dahin: Viele Grüße, Joachim!

Mittwoch, 2. März 2011

Hamat Tiberias

Noch immer habe ich euch nicht alle Orte vorgestellt, die wir während unserer Kreuzfahrertour in Galiläa abgeklappert haben. Deshalb folgt heute ein Blogeintrag, der auch den Titel tragen könnte: "Und dann war da noch...". Zugegebenermaßen klingt das jetzt etwas abwertend, obwohl Hamat Tiberias am See Genesareth mit seinen heißen Quellen ein kleiner Geheimtipp ist. Außerdem finden sich dort auch noch Überreste von Synagogen, die zeigen, dass das jüdische Leben auch nach der Zerstörung des Tempels durch die Römer im Heiligen Land weiterging.
der malerische See Genezareth bei Hamat Tiberias
das heiße Wasser kommt heute noch aus dem Boden
in der Synagoge kann dieser schöne Mosaikboden mit dem Zodiac entdeckt werden
Ich wünsche euch einen schönen Mittwochabend und sende viele Grüße nach Deutschland, Joachim!

Dienstag, 1. März 2011

Die weiße Stadt

Wegen der in ihr vorherrschenden Bauhausarchitektur trägt Tel Aviv dieses Spitznamen. Und dass die Stadt ihn wirklich zurecht trägt, durften unsere Studienjahrsgruppe gestern selbst erkunden. Schon in den frühen Morgenstunden aufgebrochen, um von den hohen judäischen Bergen an die Mittelmeerkünste zu fahren, stand dort angekommen allerdings nicht nur die Architektur der 102 Jahre alten Stadt auf dem Programm. Ein Highlight des Studienjahres wartete auf uns. An der Tel-Aviv-Universität durften wir den rennomierten israelischen Archäologen Israel Finkelstein treffen. Mit seinen international beachteten Büchern "Keine Posaunen vor Jericho. Die archäologische Wahrheit über die Bibel" und "David und Salomo. Archäologen entschlüsseln einen Mythos" hat er die Welt der biblischen Archäologie gründlich auf den Kopf gestellt.
auf dem Campus der Universität steht diese Synagoge
im Innern der Synagoge erschließt sich das architektonische Konzept: das perfekte Quadrat geht in den perfekten Kreis über
Treffen mit Israel Finkelstein
auf dem Campus
inmitten der Stadt
renoviertes Gebäude am alten Tel Aviver Bahnhof der Bahnstrecke nach Jerusalem
eines der ersten Gebäude außerhalb der Altstadt Jaffa - Abramowitschs Kaufangebot, eine achtstellige Summe, wurde vom Besitzer abgelehnt - sieht nicht danach aus;-)
eine der ersten Straßenlaternen
ein pittoreskes Viertel
das erste Kino Tel Avivs
das erste Kiosk Tel Avivs - heute natürlich renoviert
die Independence Hall: hier wurde am 14.05.1948 der Staat Israel ausgerufen
Tel Aviv ist eine große Touristen- und Partymetropole am Mittelmeer. Die religiöse Welt Jerusalems scheint meilenweit entfernt zu sein. Diese Abwechslung haben auch wir ausgenutzt:
wie der Abend endete;-)
die Temperaturen in Israel lassen das Quecksilber mittlerweile schon wieder so hoch klettern, dass ein Bus ins Freibad fast nötig wäre;-)
Auch euch wünsche ich einen schönen Abend und verbleibe mit den besten Wünschen wieder zurück in Jerusalem, Joachim!